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Karte der islamischen Welt: muslimische Bevölkerung 2020

Muslimische Bevölkerung 2020: die zehn größten Gemeinschaften, regionale Verteilung und der Unterschied zwischen Bevölkerungsanteil, Mehrheit und OIC.

Daten aktualisiert 3. Oktober 2026 um 01:49Muslimische Bevölkerung 2020ReligionsdemografieKarten der islamischen WeltMuslimische Mehrheiten und OICBevölkerungszahlen und Anteile
Karte der islamischen Welt: muslimische Bevölkerung 2020

Geschätzte muslimische Bevölkerung 2020

Rund 2,0 Milliarden

Muslimischer Anteil an der Weltbevölkerung 2020

25,6 %

Anteil aller Muslime in Asien und im Pazifikraum 2020

Rund 59 %

Bezugsjahr der Bevölkerungsschätzungen

2020

Eine Karte der islamischen Welt kann muslimische Bevölkerungszahlen, Anteile an der Landesbevölkerung, Mehrheitsverhältnisse oder OIC-Mitglieder darstellen. Nach den Schätzungen des Pew Research Center lebten 2020 weltweit rund 2,0 Milliarden Muslime, entsprechend 25,6 % der Weltbevölkerung; etwa 59 % von ihnen lebten in Asien und im Pazifikraum. Die folgenden Tabellen beziehen sich auf 2020. Die Forschung erschien 2025; die 2026 ergänzten Diversitätsindikatoren machen daraus keine Bevölkerungsschätzung für 2026.

Vier Fragen ergeben vier verschiedene Karten

Wer eine Karte der islamischen Welt sucht, kann unterschiedliche Informationen meinen. Eine Karte nach Bevölkerungszahl zeigt, wo die größten muslimischen Gemeinschaften leben. Eine Anteilskarte zeigt, welcher Prozentsatz der Einwohner eines Landes als muslimisch erfasst wird. Eine Mehrheitskarte hebt Länder und Gebiete oberhalb einer festgelegten Schwelle hervor, gewöhnlich bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung. Eine OIC-Karte stellt die Mitgliedschaft in der Organisation für Islamische Zusammenarbeit dar. Die Legende entscheidet darüber, welche Aussage eine farbige Fläche hat. Ein dunkel gefärbtes Land auf einer Anteilskarte muss keine größere muslimische Bevölkerung haben als ein heller gefärbtes, wesentlich bevölkerungsreicheres Land. Ein Umriss für OIC-Mitglieder bezeichnet wiederum eine institutionelle Zugehörigkeit. Aus diesem Umriss lässt sich keine genaue Einwohnerzahl ablesen. Bei scheinbar widersprüchlichen Karten lohnt sich deshalb zuerst der Vergleich von Messgröße, Bezugsdatum und geografischer Einheit. Dieser Leitfaden erklärt die nationalen und regionalen Bevölkerungsschätzungen für 2020 und ordnet die OIC-Mitgliedschaft daneben ein. Eine Bevölkerungsangabe beschreibt weder die persönliche Religionsausübung aller erfassten Menschen noch ihre politischen Einstellungen oder die Rechtsordnung des jeweiligen Staates.

Was die Jahreszahlen 2020, 2025 und 2026 jeweils bedeuten

Das Bezugsjahr der hier verwendeten Bevölkerungszahlen ist 2020. Das Pew Research Center veröffentlichte seine Untersuchung zur religiösen Zusammensetzung am 9. Juni 2025 und verglich darin 2010 mit 2020. Am 12. Februar 2026 ergänzte es den Datensatz und die interaktive Tabelle um Werte, Stufen und Rangfolgen der religiösen Vielfalt. Diese Ergänzung betrifft Diversitätsindikatoren. Die öffentlich dokumentierte Aktualisierung bezeichnet die zugrunde liegenden Bevölkerungsschätzungen weiterhin als Angaben für 2010 und 2020. Vier verschiedene Zeitangaben können somit nebeneinander stehen: das Bezugsjahr der Bevölkerung, das Erscheinungsdatum der Forschung, das Datum einer späteren Ergänzung und das redaktionelle Änderungsdatum dieses Leitfadens. Eine später bearbeitete Internetseite enthält dadurch keine neue Beobachtung der Religionszugehörigkeit. Ebenso wenig wird die Veröffentlichung von 2025 zur Zählung einer Bevölkerung im Jahr 2025. Bei der Übernahme einer Tabelle sollte die Formulierung „Schätzungen für 2020“ deshalb in der Bildunterschrift erhalten bleiben. Wer heute ein Diagramm erstellt, kann dessen Erstellungsdatum zusätzlich nennen. Das Datum des eigenen Diagramms ersetzt jedoch nicht das Bezugsjahr seiner Zahlen.

So lassen sich die Zahlen sachgerecht verwenden

Die Tabelle der zehn Länder dient dem Vergleich gerundeter Schätzungen für 2020. Zu einer übernommenen Grafik gehören die Messgröße, die geografische Einheit, das Bezugsjahr und die Quelle. Für weitere Länder sind die Ländertabelle und die Datensatzdokumentation von Pew maßgeblich. Eine Rangfolge aus einem anderen Jahr lässt sich nicht ohne Prüfung an die hier verwendete Auswahl anhängen. Auch eine auf Zehntausend Personen gerundete Zahl bleibt abhängig von den zugrunde liegenden Beobachtungen und Schätzverfahren. Eine andere Reihe zur Gesamtbevölkerung kann helfen, Abweichungen zwischen Veröffentlichungen zu untersuchen. Dabei müssen Bezugsjahr und statistische Revision bekannt sein. Der Weltbank-Indikator zur Bevölkerung nennt unter anderem UN World Population Prospects, nationale Statistikämter, Eurostat und weitere UN-Statistiken als Eingänge. Diese Reihe erfasst die Gesamtbevölkerung und verwendet teilweise dieselben Ausgangsdaten wie andere Veröffentlichungen. Eine Übereinstimmung ist deshalb nicht automatisch eine unabhängige Messung religiöser Zugehörigkeit. Eine neuere Gesamtbevölkerung mit einem älteren muslimischen Anteil zu multiplizieren setzt voraus, dass dieser Anteil unverändert geblieben ist. Das kann eine ausdrücklich beschriebene Modellrechnung sein. Ohne diese Annahme und beide Jahresangaben darf das Ergebnis nicht als neue Volkszählung oder als aktuelle Zahl aus der hier zitierten Forschung erscheinen.

  • Für den Ländervergleich Bevölkerungszahl und Anteil gemeinsam lesen und 2020 als Bezugsjahr nennen.
  • Bei einer übernommenen Darstellung die Forschung von 2025 und die redaktionelle Aktualisierung getrennt angeben.
  • Für OIC-Mitgliedschaft die offizielle Mitgliederliste und die Charta verwenden.

Wo 2020 die meisten Muslime lebten

Pew schätzte die weltweite muslimische Bevölkerung für 2020 auf rund 2,0 Milliarden Menschen. Das entsprach 25,6 % der Weltbevölkerung. Etwa 59 % aller Muslime lebten in Asien und im Pazifikraum. Auf die zusammengefasste Region Naher Osten und Nordafrika entfiel ungefähr ein Fünftel, auf Subsahara-Afrika etwa 18 %. Diese Anteile beschreiben, wie sich die muslimische Bevölkerung auf Weltregionen verteilte. Die zugehörigen regionalen Größenordnungen betrugen rund 1,2 Milliarden Menschen in Asien und im Pazifikraum, 414 Millionen im Nahen Osten und Nordafrika sowie 369 Millionen in Subsahara-Afrika. Europa und Nordamerika umfassten kleinere muslimische Gemeinschaften. Eine Darstellung, die ausschließlich den Nahen Osten ins Zentrum setzt, verfehlt daher einen großen Teil der Bevölkerung, auch wenn diese Region religiös und historisch eine bedeutende Rolle spielt. Der Nenner muss bei jeder Prozentzahl erkennbar bleiben. Die rund 59 % beziehen sich auf alle Muslime weltweit. Sie sagen nicht, dass 59 % der Einwohner jedes asiatischen Landes muslimisch waren. Ebenso umfasst die hier zitierte Region Naher Osten und Nordafrika ausdrücklich Nordafrika; eine Verkürzung ihres Namens verändert den dargestellten geografischen Bezug.

Was die Rangfolge der zehn Länder zeigt

Indonesien, Pakistan, Indien und Bangladesch führten die Rangfolge der größten nationalen muslimischen Bevölkerungen in den Schätzungen für 2020 an. Zusammen mit den sechs weiteren Ländern der Tabelle entfielen auf diese zehn Länder ungefähr 65 % aller Muslime weltweit. Die Auswahl zeigt damit eine starke Konzentration großer Gemeinschaften und zugleich unterschiedliche Verhältnisse innerhalb der jeweiligen Gesamtbevölkerung. Indien macht diesen Unterschied besonders anschaulich. Die geschätzten 213,06 Millionen Muslime entsprachen 15,2 % der Einwohner. Damit bildeten sie eine nationale Minderheit und zugleich die drittgrößte muslimische Bevölkerung im Ländervergleich. Auf einer Karte, die nur muslimische Mehrheiten hervorhebt, wäre diese Gemeinschaft nicht in der hervorgehobenen Kategorie enthalten. Auf einer Karte nach Personenzahl gehörte sie zu den größten. Die Tabelle übernimmt Reihenfolge, gerundete Bevölkerungszahlen und nationale Anteile aus den ausgewählten Schätzungen. Die Anteile erscheinen mit einer Nachkommastelle. Ihre kurzen Regionsbezeichnungen erleichtern die Orientierung, bilden aber kein vollständiges statistisches Gruppierungssystem ab. Insbesondere bei der Türkei muss für eine Berechnung regionaler Summen ausdrücklich feststehen, welcher Ländergruppe sie zugeordnet wird.

Warum Personenzahl und Anteil getrennt gelesen werden müssen

Eine absolute Zahl beschreibt die Größe einer Gemeinschaft. Ein Prozentanteil beschreibt ihr Verhältnis zu einer Gesamtbevölkerung. Beide Größen können sich unterschiedlich entwickeln: Die Zahl der Angehörigen kann steigen, während ihr Anteil sinkt, wenn die übrige Bevölkerung schneller wächst. Eine Darstellung mit nur einer dieser Größen sollte deshalb offenlegen, welche andere Information sie nicht zeigt. Ein frei erfundenes Rechenbeispiel verdeutlicht den Unterschied. In einem Land mit zehn Millionen Einwohnern entsprechen 80 % acht Millionen Menschen. In einem Land mit hundert Millionen Einwohnern entsprechen 10 % dagegen zehn Millionen Menschen. Das erste Land hat den höheren Anteil, das zweite die größere Gemeinschaft. Diese runden Beispielzahlen erläutern ausschließlich die Rechnung; sie sind keine zusätzlichen Schätzungen für reale Länder. Flächenfarben nach Prozentanteil können Mehrheits- und Minderheitsverhältnisse sichtbar machen. Nach Bevölkerungszahl abgestufte Symbole können die Konzentration großer Gemeinschaften zeigen. Aus beiden Darstellungsformen lässt sich keine einheitliche Religionspraxis innerhalb einer nationalen Kategorie ableiten. Für die Länder dieser Tabelle ist es deshalb sinnvoll, beide Zahlen nebeneinander und unter demselben Bezugsjahr zu betrachten.

Warum 53 muslimische Mehrheiten und 57 OIC-Mitglieder verschieden sind

Pew zählte in seinen Schätzungen für 2020 insgesamt 53 Länder und Gebiete mit muslimischen Mehrheiten. Die OIC beschreibt sich als Organisation mit 57 Mitgliedstaaten. Die erste Zahl ist eine demografische Einordnung von Ländern und Gebieten für ein bestimmtes Bezugsjahr. Die zweite bezeichnet die Mitgliedschaft in einer zwischenstaatlichen Organisation. Aus der Differenz von vier ergibt sich keine Liste der abweichenden Länder, denn die beiden Zählungen können auch unterschiedliche geografische Einheiten umfassen. Die aktuelle OIC-Charta beschreibt zudem Aufnahmebedingungen. Artikel 3 Absatz 2 sieht für einen Antragsteller die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen, eine muslimische Bevölkerungsmehrheit und die Bindung an die Charta vor. Die Aufnahme erfordert die einvernehmliche Zustimmung des Außenministerrats nach den vereinbarten Kriterien. Artikel 3 Absatz 3 schützt die Mitgliedschaftsrechte und Privilegien bestehender Mitglieder. Eine Erklärung der Aufnahmebedingungen muss diese Unterscheidung zwischen Antragstellern und bestehenden Mitgliedern berücksichtigen. Artikel 2 behandelt die Mitgliedstaaten als souverän, unabhängig und gleichberechtigt hinsichtlich ihrer Rechte und Pflichten. Eine OIC-Karte zeigt ihre institutionelle Teilnahme. Wer den muslimischen Bevölkerungsanteil eines Landes wissen möchte, benötigt daneben eine demografische Quelle mit einem klaren Bezugsdatum.

Regionen, Grenzen und örtliche Unterschiede

Die Zusammenfassung von Ländern zu Regionen ist eine analytische Entscheidung. Eine Grafik mit der Bezeichnung „Westasien“ kann eine andere Länderauswahl verwenden als eine mit „Naher Osten und Nordafrika“. Die Türkei zeigt, warum geografische Beschreibung, Kontinentzuordnung und statistische Gruppierung auseinanderfallen können. Vor einem Vergleich regionaler Summen sollte deshalb die tatsächliche Liste der einbezogenen Länder und Gebiete bekannt sein. Eine einheitliche Landesfarbe verdeckt außerdem Unterschiede innerhalb des Landes. Eine nationale Schätzung sagt nicht, wie sich die Religionszugehörigkeit auf einzelne Städte, Provinzen, Altersgruppen oder Zuwanderungsgruppen verteilt. Eine Karte mit nationalen Einheiten beantwortet eine nationale Frage. Das Vergrößern ihres Bildes erzeugt keine zusätzliche örtliche Beobachtung. Für eine Aussage über eine Stadt oder Region wäre eine entsprechend aufgeschlüsselte Quelle erforderlich. Bei separat ausgewiesenen Gebieten sollte die Einheit der Quelle zusammen mit ihrem Bezugsjahr erhalten bleiben. Das Zusammenlegen zweier Einheiten oder das Ändern des Nenners erzeugt eine andere Statistik und bedarf einer Erklärung. Besonders bei Vergleichen historischer und heutiger Grenzen sind diese Entscheidungen wesentlich. Eine demografische Darstellung entscheidet für sich genommen keine Frage staatlicher Souveränität.

Was das Wachstum zwischen 2010 und 2020 erklärt

Nach Pew nahm die muslimische Bevölkerung zwischen 2010 und 2020 um rund 347 Millionen Menschen beziehungsweise 21 % zu. Die Untersuchung erklärt das weltweite Wachstum vor allem mit einer im Durchschnitt jüngeren Bevölkerung und einer höheren Geburtenrate. Veränderungen der religiösen Zugehörigkeit hatten vergleichsweise wenig Einfluss auf die globale Gesamtzahl. Die Zunahme von 347 Millionen darf deshalb nicht als Zahl der Menschen beschrieben werden, die zum Islam übergetreten sind. Migration kann die religiöse Zusammensetzung eines Aufnahme- oder Herkunftslandes verändern. Der Umzug einer Person von einem Land in ein anderes erhöht jedoch für sich allein nicht die weltweite Zahl der Angehörigen ihrer Religionsgruppe. Ein nationaler Migrationseffekt und ein globaler Bevölkerungszuwachs betreffen unterschiedliche räumliche Ebenen. Auch der Zeitraum gehört zur Aussage. Die Rate für 2010 bis 2020 beschreibt diesen Vergleich und begründet keine Wachstumsrate für ein späteres Jahrzehnt. Eine heute erstellte Grafik sollte die historische Spanne nennen. Eine Prognose benötigt eigene Annahmen und darf nicht als bloße Verlängerung eines abgeschlossenen Vergleichs ausgegeben werden.

Welche Aussage eine erfasste Religionszugehörigkeit erlaubt

Pews Methodik verbindet unterschiedliche Beobachtungen und Schätzverfahren. Die Kategorie „muslimisch“ bezeichnet die Religionszugehörigkeit, wie sie in den jeweils verwendeten Quellen erfasst und für den Vergleich aufbereitet wurde. Sie zählt nicht unmittelbar, wie häufig Menschen beten, welche theologischen Auffassungen sie vertreten oder welchen einzelnen religiösen Praktiken sie folgen. Ein hoher nationaler Anteil lässt deshalb keine pauschale Aussage über das persönliche Leben aller Einwohner zu. Der Iran veranschaulicht diese Grenze. Pew verwendet für die Schätzung der religiösen Zusammensetzung die nationale Volkszählung, in der sich mehr als 99 % formal als muslimisch bezeichnen. Die Methodik bespricht auch anonyme Online-Untersuchungen mit einem anderen Bild und erläutert, warum diese für denselben Vergleich von 2010 und 2020 ungeeignet sind. Die Tabellenangabe von 99,8 % gehört zu dem ausgewiesenen Schätzverfahren. Sie ist keine Beurteilung des persönlichen Glaubens jedes einzelnen Bewohners. Eine genau wirkende Zahl kann für einen Vergleich hilfreich sein und zugleich eine Schätzung bleiben. Die Anzahl der angezeigten Stellen und die Sicherheit der Belege sind verschiedene Eigenschaften. Zusätzliche Dezimalstellen würden keine genauere Beobachtung schaffen; bei einer Weiterverwendung sollten Rundung und Quellenhinweis mitgeführt werden.

Wie Gesamtbevölkerung und religiöse Anteile zusammenkommen

Der Datensatz von Pew umfasst 201 Länder und Gebiete und stützt sich auf mehr als 2.700 Datenquellen. Zu den Beobachtungen der religiösen Zusammensetzung gehören Volkszählungen, Umfragen und Bevölkerungsregister. Angaben zur Gesamtbevölkerung und zu allgemeinen demografischen Merkmalen stammen aus der Revision 2024 der UN World Population Prospects. Ein später überarbeiteter statistischer Datenstand kann somit zur Schätzung eines früheren Bevölkerungsjahres dienen. Die Bevölkerungszahlen und Projektionen der Vereinten Nationen betreffen Gesamtbevölkerungen. Sie liefern für sich allein keinen muslimischen Bevölkerungsanteil. Die gesonderte Untersuchung der religiösen Zusammensetzung stammt von Pew. Diese beiden Aufgaben sollten in einer Quellenangabe erkennbar bleiben, damit ein Beleg für den Nenner nicht als Beleg für Religionszugehörigkeit gelesen wird. Auch Rundung kann Rechendifferenzen erklären. Das Produkt aus einem angezeigten gerundeten Anteil und einer gerundeten Gesamtbevölkerung muss nicht exakt der veröffentlichten gerundeten muslimischen Bevölkerungszahl entsprechen. Die Quelle kann mit ungerundeten Ausgangswerten rechnen. Eine solche Abweichung ist für sich allein kein Widerspruch. Vor einer Neuberechnung sollte die dokumentierte Rundung geprüft und die veröffentlichte Vergleichsreihe erhalten werden.

Historische islamische Geografie hat andere Gegenstände

Historische Karten können eine politische Institution, ein Netz von Reisewegen oder die Geografie eines überlieferten Textes zeigen. Ihre Zeitangaben und Belege unterscheiden sich von denen einer Schätzung der ansässigen Bevölkerung. Der Überblick des Metropolitan Museum unterscheidet das umayyadische Emirat von Córdoba in den Jahren 756 bis 929 vom Kalifat zwischen 929 und 1031. Das Ende einer solchen Institution sagt nichts über den heutigen muslimischen Bevölkerungsanteil aus. Unser Beitrag zum Kalifat von Córdoba trennt den Zerfall während des Bürgerkriegs, den institutionellen Endpunkt 1031 und die wesentlich spätere Eroberung der Stadt 1236. An diesem Beispiel lässt sich prüfen, welches politische Gebilde eine historische Karte zu welchem Zeitpunkt beschreibt. Der Beitrag zu Ibn Battutas Rihla behandelt einen anderen Gegenstand: Reisewege des 14. Jahrhunderts, ihre Rekonstruktion und die Probleme einer Zählung nach heutigen Staatsgrenzen. Beide Beiträge dienen als weiterführende Lektüre zu Kartenkategorien und Datierungen. Die Bevölkerungsschätzungen für 2020 stammen aus der demografischen Forschung. Ein mittelalterlicher Reiseweg kann für eine klar formulierte historische Frage mit einer modernen Grenze verglichen werden; er liefert keine Zählung der Menschen, die heute entlang dieser Strecke wohnen.

Eine Beschriftung, mit der sich die Darstellung nachvollziehen lässt

Für die Ländertabelle bietet sich beispielsweise folgende Bildunterschrift an: „Geschätzte muslimische Bevölkerungszahl und Anteil an der Landesbevölkerung 2020; gerundete Angaben aus der 2025 veröffentlichten Untersuchung des Pew Research Center zur religiösen Zusammensetzung.“ Zur Kennzeichnung der verwendeten Fassung kann zusätzlich die Quelle oder das redaktionelle Änderungsdatum dieses Leitfadens angegeben werden. Die Beschriftung nennt Personen, Prozentanteil, Bezugsjahr, Rundung und Veröffentlichung zusammen. Bei einer Grafik zu Mehrheiten gehören der Schwellenwert und die geografischen Einheiten dazu. Bei einer OIC-Karte sind die Mitgliederquelle und das Datum ihrer Prüfung erforderlich. Die bloße Bezeichnung „Karte der islamischen Welt“ lässt diese Auswahl offen, auch wenn die Umrisse vertraut wirken. Ein Quellenhinweis allein ersetzt die Erklärung der dargestellten Messgröße nicht. Die Redaktion von The Muslim Post betreut diesen Leitfaden und die ausgewählte Ländertabelle. Die demografischen Angaben bleiben durchgehend auf 2020 bezogen. Änderungen an Quellenmethoden oder Länderschätzungen erfordern eine entsprechende Überarbeitung von Erläuterung und Tabelle. Wird lediglich ein Diversitätsindikator ergänzt, sollte die Beschreibung genau diese Ergänzung benennen.

Die größten muslimischen Bevölkerungen nach Ländern

Gerundete Schätzungen des Pew Research Center für 2020. Die Bevölkerungszahl wird in Personen angegeben, der Anteil in Prozent der Landesbevölkerung. Zahlen mit einer Nachkommastelle oder auf Zehntausend gerundete Angaben bleiben Schätzungen. Die kurzen Regionsbezeichnungen dienen der geografischen Orientierung und definieren kein vollständiges statistisches Gruppierungssystem.

LandRegionGeschätzte muslimische BevölkerungMuslimischer AnteilEinordnung
IndonesienSüdostasien238.990.00087,0 %Größte nationale muslimische Bevölkerung in den ausgewählten Schätzungen für 2020.
PakistanSüdasien226.880.00096,5 %Zweitgrößte muslimische Bevölkerung; Personenzahl und Anteil beantworten verschiedene Fragen.
IndienSüdasien213.060.00015,2 %Drittgrößte muslimische Bevölkerung, obwohl Muslime eine Minderheit der Landesbevölkerung bildeten.
BangladeschSüdasien151.440.00091,1 %Große südasiatische Gemeinschaft als Teil der muslimischen Bevölkerung in Asien und im Pazifikraum.
NigeriaSubsahara-Afrika119.980.00056,1 %Nationale Schätzung; für regionale und örtliche Verteilungen sind gesonderte Belege erforderlich.
ÄgyptenNordafrika104.040.00095,2 %Größte muslimische Bevölkerung der ausgewählten Länder in der Gruppierung Naher Osten und Nordafrika.
IranWestasien87.520.00099,8 %Pews Schätzung formaler Zugehörigkeit anhand der Volkszählung; die Methodik bespricht abweichende anonyme Befragungen.
TürkeiWestasien / Europa83.600.00097,1 %Transkontinentales Land; vor regionalen Summen ist seine Zuordnung ausdrücklich festzulegen.
SudanSubsahara-Afrika46.250.00098,9 %Schätzung innerhalb des Länder- und Bevölkerungsbezugs für 2020.
AlgerienNordafrika43.330.00098,4 %Zehntgrößte nationale muslimische Bevölkerung in der ausgewählten Rangfolge für 2020.

Bevölkerung, Mehrheiten und Mitgliedschaft im Überblick

Die demografischen Antworten beziehen sich auf 2020. Die Mitgliedschaftsangabe folgt der für diesen Leitfaden verwendeten offiziellen OIC-Liste und Charta. Die Zeilen betreffen verschiedene Bevölkerungen und geografische Einheiten.

FrageAntwort und BezugBedeutung
Wie viele Muslime lebten 2020 weltweit?Rund 2,0 Milliarden oder 25,6 % der WeltbevölkerungWeltweite Schätzung für ein bestimmtes Bezugsjahr.
Wo lebten die meisten Muslime?Rund 59 % in Asien und im Pazifikraum 2020Anteil an allen Muslimen, nicht der muslimische Anteil in jedem Land.
Wie viele Länder und Gebiete hatten muslimische Mehrheiten?53 in Pews Schätzungen für 2020Demografische Einordnung anhand einer Bevölkerungsmehrheit.
Wie viele Mitgliedstaaten hat die OIC laut offizieller Beschreibung?57 nach der offiziellen MitgliedschaftsbeschreibungInstitutionelle Zahl; Aufnahmebedingungen und bestehende Mitgliedschaftsrechte sind in der Charta geregelt.
Welches Land hatte die größte muslimische Bevölkerung?Indonesien mit rund 239 Millionen Menschen 2020Rangfolge nach Personenzahl, nicht nach dem höchsten nationalen Prozentanteil.

FAQ

Gibt es eine einzige offizielle Karte der islamischen Welt?

Die Messgröße bestimmt die Darstellung: Bevölkerungszahl, Bevölkerungsanteil, Mehrheitsstatus und OIC-Mitgliedschaft bilden verschiedene Ebenen. Eine brauchbare Beschriftung nennt die Variable, die Quelle und das Bezugsdatum.

Welches Land hatte 2020 die meisten Muslime?

Indonesien mit geschätzten 238.990.000 Menschen in der ausgewählten Tabelle für 2020, meist als rund 239 Millionen zusammengefasst. Pakistan folgte mit rund 227 Millionen.

Warum ist Indien für eine Bevölkerungskarte wichtig?

Die geschätzten 213.060.000 Muslime entsprachen 2020 einem Anteil von 15,2 % der Einwohner. Damit waren sie eine nationale Minderheit und zugleich die drittgrößte muslimische Bevölkerung in der Rangfolge.

Welcher Anteil aller Muslime lebte im Nahen Osten?

Etwa ein Fünftel lebte 2020 in Pews zusammengefasster Region Naher Osten und Nordafrika. Diese Definition umfasst Nordafrika und darf nicht als Anteil des Nahen Ostens allein bezeichnet werden.

Belegt eine OIC-Mitgliedschaft eine heutige muslimische Mehrheit?

Für einen aktuellen Bevölkerungsanteil ist eine demografische Quelle erforderlich. Artikel 3 Absatz 2 der Charta nennt eine muslimische Mehrheit und weitere Aufnahmebedingungen für Antragsteller; Absatz 3 schützt bestehende Mitgliedschaftsrechte. Die Mitgliedschaft ist keine aktuelle Erhebung religiöser Zugehörigkeit.

Sind diese Bevölkerungszahlen Schätzungen für 2026?

Die Angaben beschreiben 2020 und wurden ursprünglich 2025 veröffentlicht. Pew ergänzte im Februar 2026 Indikatoren zur religiösen Vielfalt. Diese Ergänzung änderte das Bevölkerungsbezugsjahr nicht. Die redaktionelle Aktualisierung dieses Leitfadens hat ein eigenes Datum.

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