Ressource
Geschichte von al-Andalus 711 bis 1492 – von der Eroberung bis Granada
28 belegte Stationen von al-Andalus: Eroberung ab 711, Emirat und Kalifat von Córdoba, Taifa-Reiche, Almoraviden, Almohaden und das nasridische Granada bis zur Übergabe 1492.

Politischer Zeitraum
711–1492 n. Chr.
Ausgewählte Stationen
28 Ereignisse
Methode
Chronologie und Quellenkritik
Zuletzt geprüft
29. September 2026
Zwischen dem Beginn der Eroberung der Iberischen Halbinsel 711 und der Übergabe Granadas am 2. Januar 1492 wechselten in al-Andalus Herrscher, Institutionen und Grenzen wiederholt. Auf eine Provinz im umayyadischen Herrschaftsbereich folgten das 756 gegründete unabhängige Emirat von Córdoba, das 929 ausgerufene Kalifat, die Taifa-Reiche nach 1031, die Herrschaft der Almoraviden und Almohaden sowie das nasridische Reich von Granada. Al-Andalus war kein einzelner Staat mit nahezu acht Jahrhunderte lang unveränderten Grenzen. Diese Zeitleiste wählt 28 Ereignisse in vier Tabellen aus. Jede Zeile erklärt eine Veränderung und nennt Belegarten sowie Grenzen der Datierung. Die begleitenden Abschnitte trennen politische Einschnitte von der Geschichte der Bewohner, Städte und Kultur.
Viele Einzelheiten der frühen Eroberung stammen aus arabischen und lateinischen Darstellungen, die erst später entstanden. Ein herkömmliches Datum oder ein umstrittener Schlachtort ist deshalb keine gesicherte Augenzeugenangabe. Der spanische Archivkatalog PARES nennt den 25. November 1491 für die Kapitulationen Granadas und den 2. Januar 1492 für die Übergabe der Stadt; sein Eintrag ist jedoch nicht der vollständige Vertragstext. Das Ende nasridischer Souveränität bedeutete auch nicht, dass alle Muslime an diesem Tag die Halbinsel verließen. Chroniken, Münzen, Bauwerke, Urkunden, Archäologie und moderne Forschung werden hier jeweils nach ihrer tatsächlichen Aussagekraft herangezogen.
Was bezeichnete al-Andalus, und warum verschoben sich die Grenzen?
Al-Andalus bezeichnete Gebiete der Iberischen Halbinsel unter muslimischen Herrschern und die Gesellschaften, die dort lebten. Eine Karte um 750 kann nicht die Grenzen des zwölften oder fünfzehnten Jahrhunderts zeigen. Der Name besagt weder, dass alle Bewohner Muslime waren, noch dass mittelalterliche Zugehörigkeiten heutigen Nationalitäten entsprachen. Córdoba war ein Zentrum der Umayyaden; Toledo, Sevilla, Saragossa, Valencia und Granada nahmen zu anderen Zeiten andere Rollen ein. Bei jedem Eintrag dieser Zeitleiste sind deshalb Herrscher, Stadt und betroffene Region zu bestimmen. Die Stiftung El legado andalusí bietet eine politische Übersicht. Datierbare Gebäude, Münzen und lokale Urkunden helfen, einzelne Aussagen zu bestimmten Orten zu prüfen. Für Alltag, Familien und soziale Beziehungen reichen bloße Dynastielisten nicht aus; dafür braucht es weitere Zeugnisse und eine regional differenzierte Untersuchung.
Wie begann die Eroberung der Halbinsel im Jahr 711?
Tariq ibn Ziyad führte 711 eine überwiegend berberische Streitmacht aus Nordafrika über die Meerenge; der westgotische König Roderich wurde besiegt. Die Einordnung seiner Niederlage in den Juli 711 ist üblich, doch der genaue Schauplatz bleibt umstritten. Musa ibn Nusayr traf 712 mit weiteren Truppen ein. Kämpfe, die Einnahme politischer Zentren und örtliche Abkommen trugen zusammen zur Ausweitung der neuen Herrschaft bei. Der Vertrag, der mit Tudmir und dem Jahr 713 verbunden wird, zeigt eine ausgehandelte Unterwerfung mit Pflichten und Zusagen; der erhaltene Wortlaut ist allerdings erst durch spätere Überlieferung bekannt. Untersuchungen zur westlichen Iberischen Halbinsel rekonstruieren die Feldzüge, ohne jede spätere Erzählung als zeitgenössischen Bericht zu behandeln. Die Geschichte, Tariq habe seine Schiffe verbrannt, ist ebenfalls eine späte Tradition und kein gesichertes Ereignis von 711.
Warum war die Provinz im achten Jahrhundert politisch instabil?
Die Eroberung verband al-Andalus mit der umayyadischen Politik, doch Gouverneurswechsel, Rivalitäten zwischen Truppenverbänden und regionaler Widerstand verschoben die Macht. Die Eingliederung von Córdoba und Toledo um 711 bis 712 beweist nicht, dass alle Dörfer am selben Tag dieselbe Verwaltung erhielten. Im Norden entwickelten sich Mächte außerhalb dauerhafter andalusischer Kontrolle. Die früheste Chronologie, die mit Covadonga verknüpft wird, bleibt unter Forschenden umstritten. Berberaufstände in Nordafrika und Konflikte zwischen Fraktionen in den 740er-Jahren wirkten sich auch auf die Halbinsel aus. Vor diesem Hintergrund war die Gründung des Emirats durch Abd ar-Rahman I. 756 eine institutionelle Veränderung. Später verfasste arabische und lateinische Chroniken müssen mit Münzen, Siedlungsspuren und Bauwerken verglichen werden: Sie schildern Ereignisse aus unterschiedlichen Zeiten und Perspektiven.
Wann wurde Córdoba zum Zentrum des umayyadischen Emirats?
Abd ar-Rahman I. errichtete 756 ein faktisch unabhängiges umayyadisches Emirat mit Córdoba als Zentrum. Diese politische Selbstständigkeit ist nicht mit dem erst 929 beanspruchten Kalifentitel gleichzusetzen. Die Emire bauten Verwaltungsstrukturen, Patronagenetze und monumentale Gebäude aus. Eine erste Bauphase der Großen Moschee von Córdoba fällt in das späte achte Jahrhundert; spätere Herrscher ließen sie erweitern. Der heutige Bau ist somit nicht das unveränderte Werk einer einzigen Regierungszeit. Die UNESCO-Beschreibung des historischen Zentrums macht architektonische Schichten sichtbar, beschreibt aber nicht allein das Leben aller Stadtbewohner. Córdoba stand mit anderen Städten, dem Umland und Gebieten jenseits der Meerenge in Verbindung. Handel und städtische Kultur bestanden zugleich mit Unterschieden in Vermögen, Rechtsstellung und politischem Einfluss.
Was änderte die Ausrufung des Kalifats im Jahr 929?
Abd ar-Rahman III. begann seine Herrschaft 912 als Emir und nahm 929 den Kalifentitel an. Damit beanspruchte die umayyadische Dynastie politische und religiöse Legitimität in einer islamischen Welt mit mehreren Kalifatszentren. In der Nähe Córdobas entstand ab etwa 936 die Palaststadt Medina Azahara als Ort von Hof und Verwaltung. Die UNESCO ordnet die Anlage in diesen Zusammenhang ein und verzeichnet ihre Zerstörung während des Bürgerkriegs 1009 bis 1010. Ausgrabungen zeigen Grundrisse, höfische Räume und Gegenstände, bestätigen aber nicht automatisch jede Behauptung der Hofchroniken. Unter al-Hakam II., der von 961 bis 976 regierte, gewannen Bücher, diplomatische Beziehungen und Bauarbeiten Bedeutung. Diese kulturellen Leistungen dürfen nicht als Beweis verstanden werden, dass alle Bewohner gleichen Zugang zu Macht und Ressourcen hatten.
Wie zerfiel das Kalifat zwischen 1009 und 1031?
Nach al-Hakam II. behielt Hischam II. den Kalifentitel, während al-Mansur und sein Umfeld einen großen Teil der tatsächlichen Macht ausübten. 1009 begann die Fitna: Rivalisierende Thronanwärter und bewaffnete Gruppen kämpften um Córdoba und das Kalifat. Medina Azahara wurde 1009 bis 1010 verwüstet. Erst 1031 wurde das Kalifenamt in Córdoba formell abgeschafft. Diese Stationen sind nicht identisch, und Schulen, Handwerke oder städtische Gewohnheiten verschwanden nicht über Nacht. Manche Provinzzentren waren schon vorher relativ selbstständig geworden. Die Überreste von Medina Azahara liefern materielle Hinweise auf Zerstörung. Motive und Bündnisse müssen dagegen anhand verschiedener, häufig parteiischer Chroniken geprüft werden. Eine pauschale Erzählung vom Niedergang verdeckt die Dauer des Konflikts und die unterschiedlichen regionalen Entwicklungen.
Welche Rolle spielten Taifas, Almoraviden und Almohaden?
Nach dem Zerfall des Kalifats regierten Taifa-Herrscher in Sevilla, Toledo, Saragossa und weiteren Städten. Bündnisse, Kriege, Zahlungen und Hofkultur unterschieden sich von Staat zu Staat; eine einzige Nachfolge-Hauptstadt gab es nicht. Alfons VI. eroberte Toledo 1085 und veränderte so das Verhältnis zu den expandierenden christlichen Königreichen. Die Almoraviden griffen ab 1086 aus Nordafrika ein und gliederten später mehrere Taifas ein. Im zwölften Jahrhundert lösten die ebenfalls aus dem Maghreb stammenden Almohaden ihre Herrschaft in großen Teilen des muslimisch regierten Iberiens ab. Beide Dynastien verbanden die Politik der Halbinsel mit Nordafrika, ohne örtliche Unterschiede auszulöschen. Die Niederlage der Almohaden bei Las Navas de Tolosa 1212 war bedeutsam. Sie beendete aber nicht jede muslimische Souveränität: Granada bestand noch fast drei Jahrhunderte.
Wie behauptete sich das nasridische Granada?
Muhammad I. begründete in den 1230er-Jahren die nasridische Dynastie; Granada wurde ihr Zentrum. Ferdinand III. eroberte Córdoba 1236 und Sevilla 1248. Granada blieb danach der wichtigste muslimisch regierte Staat auf der Halbinsel. Seine Herrscher verhandelten, kämpften und zahlten Tribute in einem wechselnden Kräfteverhältnis; zugleich pflegten sie Beziehungen über das westliche Mittelmeer. Die Alhambra und der Generalife bewahren über längere Zeit veränderte Hofarchitektur, nicht das Abbild des Lebens jeder Familie im Reich. Der Essay des Metropolitan Museum zur nasridischen Zeit und die UNESCO-Beschreibung Granadas setzen Bauten und Objekte in ihren politischen Kontext. Landwirtschaft, Steuern, Konflikte und Wanderungsbewegungen erfordern zusätzliche Urkunden und archäologische Spuren. Prächtige Paläste allein können die ganze nasridische Gesellschaft nicht erklären.
Worin unterscheiden sich die Kapitulationen von der Übergabe 1492?
Der Krieg um Granada begann 1482. Feldzüge, Belagerungen und innernasridische Konflikte isolierten die Hauptstadt schrittweise. Die am 25. November 1491 vereinbarten Kapitulationen regelten die Übergabe und enthielten anfängliche Zusicherungen für muslimische Bewohner. Am 2. Januar 1492 übergab Muhammad XII. Granada an Ferdinand und Isabella; damit endete die politische Herrschaft der Nasriden. Der spanische Archivkatalog PARES nennt beide Daten. Sein Autoritätseintrag ist jedoch eine Katalogbeschreibung, nicht der vollständige Vertrag oder ein Beweis für die spätere Einhaltung jeder Bestimmung. Anfängliche Zusagen sind von späteren Maßnahmen zu unterscheiden; Druck und Zwangskonversionen gehören zu einer längeren Geschichte. Das Jahr 1492 markiert das Ende des nasridischen Staates, nicht den gleichzeitigen Wegzug aller Muslime von der Iberischen Halbinsel.
Wie lassen sich Daten und Quellengattungen überprüfen?
Die letzte Spalte jeder Tabelle nennt einschlägige Belegarten. Sie behauptet nicht, dass für jede Zeile alle Arten in gleicher Dichte vorhanden sind. Spätere Chroniken erzählen Ereignisse teils unterschiedlich. Münzen und Inschriften helfen bei Herrschernamen, Titeln und Geldumlauf; die Archäologie erschließt Bauwerke und materielle Veränderungen. UNESCO-Einträge beschreiben erhaltene Stätten und ihren Denkmalwert, aber weder den exakten Schlachtort von 711 noch unbelegte Äußerungen einzelner Akteure. Der spanische Archivkatalog stützt die Daten für Granadas Kapitulationen und Übergabe; ihre späteren rechtlichen Folgen verlangen weitere Dokumente. Historische Gesamtdarstellungen verknüpfen solche Fragmente und benennen Lücken. Wörter wie „etwa“, „herkömmliche Datierung“ und „umstritten“ sind hier nötig. Die 28 Stationen bilden eine Auswahl politischer und materieller Geschichte, keine Volkszählung und keine vollständige Sozialgeschichte.
Eroberung und umayyadische Provinz, 711–756
Für die ersten Jahrzehnte werden spätere Erzählungen mit Münzen, Archäologie und kritischen Rekonstruktionen verglichen.
| Datum | Ereignis | Historische Bedeutung | Belege und Grenzen |
|---|---|---|---|
| Frühjahr 711 | Tariq ibn Ziyad setzt nach Iberien über | Ein überwiegend berberisches Heer überquert die Meerenge aus Nordafrika. | Spätere arabische und lateinische Texte; moderne Forschung; Logistik umstritten |
| Juli 711, herkömmliche Datierung | Niederlage des Westgotenkönigs Roderich | Sie öffnet den Weg zu wichtigen Zentren; der genaue Schlachtort bleibt ungewiss. | Spätere Berichte und moderne Rekonstruktion |
| 711–712 | Córdoba, Toledo und weitere Zentren unter neuer Herrschaft | Feldzüge und lokale Abkommen ändern die Souveränität in unterschiedlichem Tempo. | Spätere Chroniken, Münzen, Archäologie und lokale Urkunden |
| 712 | Musa ibn Nusayr trifft mit einer weiteren Streitmacht ein | Neue Feldzüge erweitern die Kontrolle und die Verbindung zum umayyadischen Nordafrika. | Arabische Erzähltradition und moderne Forschung |
| 713 | Abkommen im Zusammenhang mit Tudmir | Ausgehandelte Unterwerfung zeigt Verträge neben bewaffneten Kämpfen. | Urkundliche Überlieferung mit Fragen zur Textübertragung |
| Um 718–722 | Widerstand im Norden und Tradition von Covadonga | Eine nördliche Macht entsteht außerhalb dauerhafter andalusischer Kontrolle. | Spätere christliche und arabische Berichte; Anfänge umstritten |
| 740er-Jahre | Berberaufstand und Konflikte zwischen Fraktionen | Nordafrikanische Revolten und militärische Rivalitäten destabilisieren die Provinz. | Chroniken und moderne politische Rekonstruktion |
Umayyadisches Emirat und Kalifat von Córdoba, 756–1031
Herrscherdaten und Bürgerkrieg markieren politische Einschnitte, nicht die gesamte Sozialgeschichte.
| Datum | Ereignis | Historische Bedeutung | Belege und Grenzen |
|---|---|---|---|
| 756 | Abd ar-Rahman I. gründet ein unabhängiges Emirat | Córdoba wird Zentrum einer faktisch von den Abbasiden unabhängigen Dynastie. | Chroniken, Münzen, Bauwerke und moderne Forschung |
| Um 784–786 | Erste Bauphase der Großen Moschee von Córdoba | Der zentrale Moscheebau erhält unter späteren Herrschern Erweiterungen. | Erhaltener Bau, Archäologie und Texte |
| 912 | Abd ar-Rahman III. beginnt seine Herrschaft als Emir | Er stärkt die Zentralgewalt vor der Annahme des Kalifentitels. | Chroniken, Münzen und moderne Forschung |
| 929 | Ausrufung des Kalifats von Córdoba | Abd ar-Rahman III. beansprucht eigenständige umayyadische Kalifenwürde. | Hofchroniken, Titel, Münzen und materielle Überreste |
| Ab etwa 936 | Baubeginn von Medina Azahara | Die Palaststadt bei Córdoba verkörpert Hof und Verwaltung des Kalifats. | Archäologie, Architektur und Texte |
| 961–976 | Kalifat von al-Hakam II. | Bücher, Diplomatie und Erweiterungen der Moschee prägen seine Regierung. | Chroniken, Handschriften, Objekte und Bauwerke |
| 976–1002 | Hischam II. und die Machtstellung al-Mansurs | Der Kalif wahrt seine formelle Würde, während der Kämmerer viel Macht ausübt. | Hofchroniken, Münzen und moderne politische Analyse |
| 1009 | Beginn der Fitna | Aufstände und rivalisierende Anwärter lösen einen langen Kampf um Córdoba aus. | Mehrere Chroniken, Archäologie und Numismatik |
| 1009–1010 | Verwüstung von Medina Azahara | Die Kalifenstadt wird während des Bürgerkriegs zerstört und verlassen. | UNESCO-Eintrag, Archäologie und Texte |
Taifa-Reiche, Almoraviden und Almohaden, 1031–um 1230
Regionale Staaten und maghrebinische Dynastien veränderten Machtzentren und Grenzen.
| Datum | Ereignis | Historische Bedeutung | Belege und Grenzen |
|---|---|---|---|
| 1031 | Formelles Ende des Kalifats und Stärkung der Taifas | Córdoba schafft das Amt ab; regionale Herrscher festigen ihre Staaten. | Chroniken, Münzen und politische Rekonstruktion |
| 1085 | Alfons VI. erobert Toledo | Der Verlust der Stadt verändert das Kräfteverhältnis zu christlichen Königreichen. | Christliche und arabische Chroniken; Urkunden |
| Ab 1086 | Eingreifen und Herrschaft der Almoraviden | Die maghrebinische Dynastie tritt gegen Alfons VI. an und übernimmt mehrere Taifas. | Chroniken, Münzen, Architektur und Forschung |
| 1140er- bis 1170er-Jahre | Almohadische Eroberungen in al-Andalus | Eine weitere Macht aus dem Maghreb löst die Almoraviden in vielen Regionen ab. | Chroniken, Inschriften, Münzen und Bauwerke |
| 1212 | Schlacht bei Las Navas de Tolosa | Die Niederlage schwächt die Almohaden; Granada bleibt noch muslimisch regiert. | Arabische und lateinische Chroniken; Militärgeschichte |
Nasridisches Granada und die Zäsur von 1492
Die Übergabe beendete nasridische Souveränität, nicht an einem Tag die muslimische Präsenz.
| Datum | Ereignis | Historische Bedeutung | Belege und Grenzen |
|---|---|---|---|
| 1232–1238 | Entstehung des nasridischen Staates um Granada | Muhammad I. begründet die Dynastie des letzten muslimisch regierten iberischen Staates. | Chroniken, Verträge, Münzen und materielle Überreste |
| 1236 | Ferdinand III. erobert Córdoba | Die frühere umayyadische Hauptstadt wird kastilisch; die Moschee wird Kathedrale. | Königliche und kirchliche Urkunden, Architektur und Chroniken |
| 1248 | Ferdinand III. erobert Sevilla | Nach der kastilischen Expansion bleibt Granada der wichtigste muslimische Staat Iberiens. | Chroniken, Urkunden und materielle Überreste |
| 1340 | Schlacht am Río Salado | Die Niederlage nasridischer und marinidischer Kräfte verringert die Aussicht auf große Hilfe aus Nordafrika. | Arabische und christliche Chroniken; moderne Forschung |
| 1482–1491 | Krieg um Granada | Feldzüge, Belagerungen und dynastische Konflikte isolieren die Hauptstadt schrittweise. | Königliche Rechnungen, Chroniken, Briefe und Sachzeugnisse |
| 25. November 1491 | Einigung über Granadas Kapitulationen | Verhandelte Bedingungen regeln die Übergabe und erste Zusicherungen an Muslime. | Spanischer Archivkatalog und überlieferte Rechtstexte |
| 2. Januar 1492 | Übergabe des nasridischen Granada | Muhammad XII. übergibt die Herrschaft an Ferdinand und Isabella; der Staat endet. | Königliche und archivalische Aufzeichnungen; Chroniken |
FAQ
Was bedeutet al-Andalus?
Der historische Name umfasst iberische Gebiete und Gesellschaften unter muslimischen Herrschern; Grenzen und Regierungsformen wechselten.
War al-Andalus fast acht Jahrhunderte lang ein einziges Land?
Nein. Provinz, umayyadisches Emirat und Kalifat, Taifa-Reiche, Almoraviden, Almohaden und das nasridische Granada folgten einander.
Kam die gesamte Halbinsel schon 711 unter muslimische Herrschaft?
Nein. Der Übergang eröffnete mehrjährige Feldzüge und Abkommen; Teile des Nordens entwickelten sich anders.
War Córdoba immer die Hauptstadt von al-Andalus?
Nein. Es war das wichtigste umayyadische Zentrum; nach 1031 verteilte sich die Herrschaft auf regionale Residenzen.
Bedeutete kultureller Austausch vollständige religiöse Gleichheit?
Nein. Begegnungen und gemeinsames Stadtleben bestanden neben rechtlichen Hierarchien, Abgaben, Einschränkungen und Konflikten.
Verließen alle Muslime Spanien im Jahr 1492?
Nein. Die nasridische Souveränität endete, doch viele Menschen blieben zunächst. Zwangskonversionen und Vertreibungen gehören späteren Phasen an.
Verwandte Inhalte
- Granadas Kapitulationen und Übergabe
Vertieft die Daten von 1491 und 1492 sowie spätere Folgen.
- Glossar der Moscheearchitektur
Erklärt Begriffe für die Bauphasen der Großen Moschee von Córdoba.
- Wie Zellij-Mosaike entstehen
Ergänzt die Betrachtung andalusischer Architektur und Ornamentik.
- Der Weg der Ziffern von Indien nach Europa
Zeigt verschiedene Übertragungswege, ohne sie allein al-Andalus zuzuschreiben.
- Hypostyle-Moschee: Säulen, Hof und Qibla-Halle
Erklärung des Grundrisses mit wiederholten Säulenreihen, der Erweiterungsmöglichkeit und dem monumentalen Charakter von Kairouan und Córdoba.
Connected by Córdoba.
- Wie das Kalifat von Córdoba entstand und zerfiel, 929–1031
Das Kalifat von Córdoba von 929 bis 1031: Herrscher, Medina Azahara, Moschee und Elfenbein. Unterscheide Bürgerkrieg, Kalifentitel und spätere Stadteroberung.
Connected by Córdoba.
- Wann fiel Granada? Die Kapitulationen von 1491 und die Übergabe von 1492
Granada wurde am 2. Januar 1492 übergeben, nachdem die Kapitulationen am 25. November 1491 vereinbart worden waren. Was die Verträge zusagten und wie sich die Lage danach änderte.
Connected by Granada.
Quellen
- Stiftung El legado andalusí: Geschichte von al-Andalus
Überblick über muslimisch regierte iberische Gebiete und ihre Veränderungen von 711 bis 1492.
- Stiftung El legado andalusí: Chronologie
Zeitfolge wichtiger institutioneller und politischer Übergänge.
- Cambridge University Press: Vielfalt im mittelalterlichen Spanien
Soziale und religiöse Vielfalt, ohne vollständige Gleichheit vorauszusetzen.
- Cambridge University Press: hispano-islamische Zivilisation
Langfristiger politischer, wirtschaftlicher und kultureller Zusammenhang.
- Metropolitan Museum of Art: umayyadische Zeit in Spanien
Materieller und politischer Kontext von 711 bis 1031.
- Metropolitan Museum of Art: nasridische Zeit
Kunst und Politik Granadas vom 13. bis 15. Jahrhundert.
- UNESCO: historisches Zentrum von Córdoba
Erhaltene städtische und architektonische Schichten.
- UNESCO: Kalifenstadt Medina Azahara
Palaststadt des zehnten Jahrhunderts und Zerstörung 1009 bis 1010.
- UNESCO: Alhambra, Generalife und Albaicín
Nasridische Überreste und spätere Schichten Granadas.
- UCL Discovery: archäologische Studie zu al-Andalus
Archäologische Periodisierung und Deutung gesellschaftlicher Entwicklungen.
- Cambridge University Press: der Westen von al-Andalus
Eroberung ab 711 und Chronologie der westlichen Iberischen Halbinsel.
- PARES, spanische Staatsarchive: Krieg um Granada
Der amtliche Katalog nennt die Einigung vom 25. November 1491 und die Übergabe vom 2. Januar 1492; er enthält nicht den vollständigen Vertrag.
Sprachen
- تاريخ الأندلس من 711 إلى 1492، من الفتح إلى سقوط غرناطة
- আল-আন্দালুস ইতিহাসের সময়রেখা: ৭১১-১৪৯২, রাজবংশ, নগর ও উৎস
- Història d’al-Àndalus del 711 al 1492, de la conquesta a Granada
- Časová osa al-Andalusu: 711-1492, dynastie, města a prameny
- Al-Andalus 711–1492 fra erobringen til Granadas overgivelse
- Geschichte von al-Andalus 711 bis 1492 – von der Eroberung bis Granada
- Χρονολόγιο της αλ-Ανταλούς: 711-1492, δυναστείες, πόλεις και πηγές
- Al-Andalus Timeline 711–1492 from Conquest to Córdoba and Granada
- Cronología de al-Ándalus de 711 a 1492, de la conquista a Granada
- Al-Andalusin aikajana: 711-1492, dynastiat, kaupungit ja lähteet
- Chronologie d’al-Andalus de 711 à 1492, de la conquête à Grenade
- Sejarah al-Andalus 711–1492 dari penaklukan hingga penyerahan Granada
- Storia di al-Andalus dal 711 al 1492, dalla conquista alla resa di Granada
- アル=アンダルス史年表:711-1492年の王朝・都市・史料
- 알안달루스 역사 연표: 711-1492년 왕조, 도시와 사료
- Sejarah al-Andalus 711–1492 dari penaklukan hingga penyerahan Granada
- Geschiedenis van al-Andalus 711–1492, van de verovering tot Granada
- Al-Andalus 711–1492 fra erobringen til overgivelsen av Granada
- Oś czasu al-Andalus: 711-1492, dynastie, miasta i źródła
- Linha do tempo de al-Andalus de 711 a 1492, da conquista a Granada
- Хронология аль-Андалуса: от завоевания 711 года до падения Гранады
- Časová os al-Andalusu: 711-1492, dynastie, mestá a pramene
- Al-Andalus historia 711–1492 från erövringen till överlämnandet av Granada
- เส้นเวลาอัลอันดะลุส: ค.ศ. 711-1492 ราชวงศ์ เมือง และหลักฐาน
- Endülüs tarihi 711–1492, fetihten Gırnata’nın teslimine uzanan zaman çizelgesi
- ئەندەلۇس تارىخى ۋاقىت جەدۋىلى: 711-1492، سۇلالىلەر، شەھەرلەر ۋە مەنبەلەر
- Dòng thời gian al-Andalus: 711-1492, triều đại, thành phố và nguồn tư liệu
- 安达卢斯711至1492年时间线:征服、科尔多瓦与格拉纳达
- 安達盧斯歷史時間線:711年征服至1492年格拉納達交城
- 安達盧斯711至1492年時間線:征服、科爾多瓦與格拉納達