
Siyer-i Nebi: Ein illustriertes osmanisches Epos
Wie die Hofwerkstatt Murads III. eine türkische Prophetenbiografie des 14. Jahrhunderts in ein monumentales Prachtwerk verwandelte.
Das Siyer-i Nebi ist ein Meilenstein der osmanischen Buchkunst. Der zugrundeliegende türkische Text wurde bereits im 14. Jahrhundert von Mustafa Darir verfasst, doch erst um 1595 gab Sultan Murad III. in Istanbul das monumentale, sechsbändige Prachtmanuskript mit Hunderten von Miniaturen in Auftrag.
Das Titelbild ist eine eigenständige, KI-gestützte historische Rekonstruktion und kein Foto eines bestimmten Bauwerks, einer Werkstatt oder eines Objekts.
Material, Konstruktion und Nutzung
Die Herstellung in der kaiserlichen Werkstatt erforderte eine arbeitsteilige Organisation. Zahlreiche Maler und Kalligrafen schufen unter der Leitung von Hofentwerfern die dichte Bildfolge, bei der das heilige Antlitz des Propheten meist durch einen weißen Schleier und eine goldene Flammenaura ehrfurchtsvoll verhüllt wurde.
So lässt es sich richtig erkennen
Entgegen der Annahme einer allgemeingültigen islamischen Bildpraxis spiegelt diese Ikonografie eine spezifische osmanische Hofkonvention des späten 16. Jahrhunderts wider. Da die Bände heute verstreut und fragmentiert sind, können isolierte Museumsblätter die ursprüngliche narrative Gesamtkonzeption nur unvollständig vermitteln.
Quellen
- The Met: Folio from a Siyer-i Nebi — commission, author, volume and date.
- The Met Bulletin: Recent Acquisitions 1993-1994 — object study and Ottoman manuscript context.
- The Met: Art of the Ottomans before 1600 — court atelier and artistic setting.





