
Kalila wa Dimna: Die Wanderung der Tierfabeln
Wie indische Erzählungen über das Mittelpersische und Arabische zu einem Klassiker der Weltliteratur wurden.
Kalila wa Dimna ist eine vielschichtige Sammlung von Tierfabeln, die über Jahrhunderte hinweg durch Übersetzung und Anpassung verschiedene Kulturräume prägte. Ihre Wurzeln reichen bis zum altindischen Panchatantra zurück, bevor das Werk über eine verloren gegangene mittelpersische Fassung im achten Jahrhundert ins Arabische übertragen wurde.
Das Titelbild ist eine eigenständige, KI-gestützte historische Rekonstruktion und kein Foto eines bestimmten Bauwerks, einer Werkstatt oder eines Objekts.
Material, Konstruktion und Nutzung
Der Gelehrte Ibn al-Muqaffa übersetzte den Text nicht nur, sondern passte ihn als Fürstenspiegel für die abbasidische Elite an. Anhand der Schakale Kalila und Dimna werden Fragen der Loyalität und Staatskunst verhandelt, wobei die reiche handschriftliche Tradition oft mit ausdrucksstarken Miniaturen geschmückt ist, die moralische Lehren verbildlichen.
So lässt es sich richtig erkennen
Die Forschung darf diese Fabeln nicht als direkte, zeilengetreue Übersetzung des Sanskrit-Originals betrachten, sondern muss die komplexen arabischen, persischen und syrischen Redaktionen als eigenständige Zeugnisse würdigen. Die Abnutzungsspuren und Glossen der erhaltenen Codices zeigen zudem, dass diese Bücher weit über höfische Kreise hinaus aktiv gelesen wurden.
Quellen
- Library of Congress: Kalila wa-Dimna — origins, Arabic translation and used manuscript evidence.
- The Met: Folio from a Kalila wa Dimna — illustration cycle and cross-regional style.
- The Met: Fable of the Lion and the Hare — Persian manuscript and narrative image.





