Der Weltkongress der Uiguren (WUC) ist eine internationale Organisation, die die kollektiven Interessen der Uiguren sowohl in Ostturkestan als auch im Ausland vertritt. Er wurde am 16. April 2004 in München durch den Zusammenschluss zweier bestehender Organisationen gegründet: des Nationalkongresses von Ostturkestan und des Weltkongresses uigurischer Jugendlicher.
Der WUC agiert als demokratische, gemeinnützige NGO und hält regelmäßig Generalversammlungen ab, bei denen Delegierte aus der ganzen Welt die Führung wählen und strategische Leitlinien festlegen. Die Amtszeit der Führungskräfte beträgt drei Jahre. Die Mission der Organisation konzentriert sich auf die Förderung von Demokratie, Menschenrechten und Freiheit für das uigurische Volk durch friedliche, gewaltfreie und demokratische Mittel.
Seit seiner Gründung wurde der WUC von mehreren prominenten Persönlichkeiten geleitet. Erkin Alptekin fungierte von 2004 bis 2006 als erster Präsident. Rebiya Kadeer, eine bekannte uigurische Aktivistin und Geschäftsfrau, war von 2006 bis 2017 für mehrere Amtszeiten Präsidentin. Dolkun Isa ist seit 2017 Präsident und leitet weiterhin die Interessenvertretung der Organisation auf internationaler Ebene.
Der WUC führt Lobbykampagnen bei Regierungen durch, darunter in den Vereinigten Staaten und den EU-Mitgliedstaaten, reicht alternative Berichte bei UN-Vertragsorganen ein, nimmt am UN-Menschenrechtsrat teil und arbeitet daran, das weltweite Bewusstsein für die Menschenrechtssituation der Uiguren zu schärfen. Die Organisation ist zudem Mitglied der Organisation der nicht repräsentierten Nationen und Völker (UNPO).
Der WUC lehnt Totalitarismus, religiöse Intoleranz und Terrorismus ausdrücklich ab. Er versteht sich als friedliche Interessenvertretung, die das Recht des uigurischen Volkes fördern will, seine politische Zukunft durch demokratische Prozesse selbst zu bestimmen. Die chinesische Regierung hat den WUC als separatistische Organisation eingestuft – ein Vorwurf, den der WUC kategorisch zurückweist, da er nach eigenen Angaben im Rahmen des Völkerrechts und demokratischer Normen handelt.
Zu den Aktivitäten der Organisation gehören die Veröffentlichung von Berichten zur Menschenrechtslage im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang, die Organisation internationaler Konferenzen, die Koordination mit Diaspora-Gemeinschaften auf mehreren Kontinenten sowie die Zusammenarbeit mit den Medien, um der Weltöffentlichkeit genaue Informationen über uigurische Angelegenheiten bereitzustellen.