Der virtuelle Krieg: Dekonstruktion der Cyber-Propaganda von SAF und RSF im Sudan

Der virtuelle Krieg: Dekonstruktion der Cyber-Propaganda von SAF und RSF im Sudan

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Eine tiefgehende Analyse, wie die sudanesischen Streitkräfte (SAF) und die Rapid Support Forces (RSF) koordinierte Bot-Kampagnen, digitale Täuschung und Infrastrukturkriegführung nutzen, um die öffentliche Meinung zu manipulieren und die globale Ummah inmitten einer verheerenden humanitären Krise zu täuschen.

Das digitale Schlachtfeld und der Verrat an der Wahrheit

Der physische Konflikt im Sudan, der seit fast drei Jahren wütet, hat Hunderttausende Menschenleben gefordert und über 12 Millionen Menschen vertrieben, was zu einer katastrophalen humanitären Krise geführt hat. Neben dieser physischen Verwüstung wird auf den Social-Media-Plattformen ein paralleler Krieg digitaler Propaganda geführt, der das Informationsökosystem massiv vergiftet. Sowohl die sudanesischen Streitkräfte (SAF) als auch die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) konkurrieren aktiv um die Kontrolle über das Online-Narrativ, ungeachtet der menschlichen Kosten. Für die globale Ummah stellt diese digitale Kriegsführung einen tiefen Verrat am islamischen Prinzip der Wahrhaftigkeit (sidq) dar, da heilige Kommunikationskanäle instrumentalisiert werden, um die Öffentlichkeit zu täuschen. Schutzbedürftige Zivilisten, die nach lebensrettenden Informationen über Nahrung, Wasser und sichere Fluchtwege suchen, stoßen stattdessen auf koordinierte Lügen, die ihr Überleben direkt bedrohen.

Täuschende Narrative und der Missbrauch islamischer Werte

Die RSF stützt sich in hohem Maße auf unauthentisches Online-Verhalten und nutzt Konten mit blauem Haken sowie koordinierte Netzwerke, um sowohl dem lokalen als auch dem internationalen Publikum ein falsches Bild von Legitimität zu vermitteln. Durch irreführende Hashtags wie „Wächter der glorreichen Revolution“ und „Der Kampf für Demokratie“ versucht die paramilitärische Gruppe, ihren gewaltsamen Kampf um die Macht als edles Bestreben darzustellen. In der Realität maskieren diese Kampagnen schwere Verbrechen, darunter dokumentierte ethnische Säuberungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur, die internationale Verurteilung nach sich gezogen haben. Um die öffentliche Meinung weiter zu manipulieren, veröffentlicht die RSF über 15 Prozent ihrer Tweets auf Englisch, um globale Beobachter anzusprechen, während sie gleichzeitig Propagandavideos von Zivilisten postet, die angeblich unter ihrer Kontrolle ein normales Leben führen. Diese kalkulierte Heuchelei verstößt direkt gegen das islamische Gebot der Gerechtigkeit ('adl) und der Würde, da die Gruppe routinemäßig Wohnviertel und Privathäuser als Militärstützpunkte nutzt und damit das Leben unschuldiger Muslime aufs Spiel setzt.

Die digitale Strategie der SAF und die Gefahr falscher Siege

Während die RSF hochentwickelte internationale Kampagnen einsetzt, nutzen auch die sudanesischen Streitkräfte (SAF) digitale Manipulationen, um das Narrativ zu kontrollieren und die Moral der Truppe zu stärken. Die SAF nutzt häufig Social-Media-Plattformen, um unbestätigte Siegesmeldungen zu verbreiten und paramilitärische Vorstöße zu dementieren, wodurch die Realität des Konflikts vor Ort oft verschleiert wird. Diese staatlich gelenkte Desinformation ist keineswegs harmlos; sie erzeugt ein falsches Sicherheitsgefühl, das Zivilisten direkt in aktive Kampfzonen führen kann. Darüber hinaus haben Online-Konten, die dem Militärapparat nahestehen, systematisch Misstrauen gegenüber humanitären Helfern, unabhängigen Journalisten und einfachen Bürgern gesät, die zum Frieden aufrufen. Aus islamisch-ethischer Sicht ist die Erhaltung des menschlichen Lebens (hifz an-nafs) ein Hauptziel der Scharia, was die Verbreitung falscher Sicherheitsberichte zu einer schweren Verletzung des öffentlichen Vertrauens und Wohls macht.

Die Instrumentalisierung von Desinformation und direkte Gewalt

Die Folgen dieser virtuellen Kriegsführung beschränken sich nicht auf digitale Bildschirme; sie führen direkt zu physischer Gewalt und dem Verlust von Menschenleben vor Ort. Ein erschütternder Bericht der Thomson Foundation enthüllte ein systematisches Muster, bei dem Desinformation und entmenschlichende Hassrede gezielt in Gebieten verbreitet werden, die für militärische Operationen vorgesehen sind. Beispielsweise wurde nur achtundvierzig Stunden, nachdem ein SAF-Offizier auf Facebook die Bewohner des Shambat-Viertels beschuldigt hatte, mit der RSF zu kollaborieren, eine lokale Gemeinschaftsküche von einer Kamikaze-Drohne angegriffen und getroffen. Jeder, der sich für Frieden, Dialog oder humanitäre Hilfe einsetzt, wird von beiden Kriegsparteien systematisch ins Visier genommen, isoliert und des Verrats beschuldigt. Diese bewusste Unterdrückung von Friedensstiftern verletzt die islamische Pflicht zur Versöhnung (islah) und zeigt, wie beide Seiten ihre engen politischen und finanziellen Interessen über das Leben der Ummah stellen.

KI-generierte Täuschung und die Auslöschung von Beweisen

Das digitale Chaos im Sudan wurde durch die rasche Verbreitung künstlicher Intelligenz, die von den Kombattanten zur Verzerrung der Realität und zur Umgehung der Rechenschaftspflicht eingesetzt wird, erheblich verschärft. Nach der Einnahme der Stadt El Fasher durch die RSF im Oktober 2025, die von schrecklichen Massentötungen begleitet war, stellten sich schätzungsweise 90 Prozent der im Umlauf befindlichen Online-Videos und -Plakate als KI-generiert heraus. Diese überwältigende Flut synthetischer Medien ermöglichte es den Tätern, ihre Gräueltaten zu leugnen, Zweifel zu säen und die authentischen Zeugnisse der Überlebenden effektiv auszulöschen. Indem sie die Grenzen zwischen realen und fabrizierten Beweisen verwischen, begehen diese digitalen Akteure eine doppelte Ungerechtigkeit an den Opfern der Gewalt. Der Islam verbietet das Ablegen falscher Zeugnisse und das Verschweigen von Verbrechen strengstens, dennoch werden diese modernen Technologien systematisch eingesetzt, um die Weltgemeinschaft zu täuschen und den Verstorbenen ihre Würde zu verweigern.

Infrastrukturkrieg und das Verstummen der Ummah

Um sicherzustellen, dass ihre Propaganda unwidersprochen bleibt, haben die Kriegsparteien systematisch die Telekommunikationsinfrastruktur des Sudan ins Visier genommen und damit lebenswichtige Verbindungen für Millionen von Vertriebenen gekappt. Im Februar 2024 übernahm die RSF die Kontrolle über die Internetdienstanbieter in Khartum und löste damit einen verheerenden landesweiten Blackout aus, der Familien isolierte und gegenseitige Hilfsnetzwerke lahmlegte. Selbst als die Dienste teilweise wieder aufgenommen wurden, schränkte die Regierung die Kommunikation weiter ein, indem sie im Juli 2025 WhatsApp-Anrufe blockierte, was die Koordinierung humanitärer Hilfe massiv erschwerte. Dieses bewusste Verstummenlassen der Bevölkerung hindert die sudanesische Diaspora und die breitere Ummah daran, wirksame Hilfsmaßnahmen zu organisieren und laufende Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. Angesichts dieser digitalen Belagerung muss die globale muslimische Gemeinschaft diesen unterdrückerischen Taktiken aktiv widerstehen, indem sie nach verifizierten Wahrheiten sucht, unabhängigen Journalismus unterstützt und ein Ende der als Waffe eingesetzten Blackouts fordert, die das Leiden unserer Brüder und Schwestern im Sudan nur noch vergrößern.

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